COVID-19

Mundgesundheit und COVID-19 Pandemie

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Mundgesundheit und COVID-19 Pandemie

Mundgesundheit und COVID-19 Pandemie

Am 1. März 2020 erklärte die Welt Gesundheitsorganisation (WHO) die weltweite Ausbreitung des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) zur Pandemie (1). Aufgrund des Fehlens einer adäquaten Behandlung wird das Virus bis heute für den Tod von 2.227.440 (Stand: 02.02.2021) Menschen verantwortlich gemacht. Das genaue Ausmaß der gesundheitlichen Schäden durch das Virus wird vermutlich erst in einigen Jahren deutlich werden. Bereits heute wissen wir, dass eine Infektion mit dem Virus bleibende Schäden hinterlassen kann (2). Heute befinden wir uns in Deutschland am geplanten Ende des sogenannten zweiten Lock Downs.

Im ersten Lock Down der vom 16. März 2020 bis zum 16. Juni 2020 ging, haben viele Menschen aus Angst vor einer Ansteckung die Öffentlichkeit gemieden. Arztbesuche und Notfallbehandlung in Krankenhäusern ging deutlich zurück.

Es wird vermutet, dass viele Versicherte die Vorsorgeuntersuchungen im Jahr 2020 nicht wahrgenommen haben. Auch die Einlieferung von Patienten mit schweren Herzkreislauferkrankungen war 2020 rückläufig. Dies lag vermutlich nicht daran, dass die Menschen gesünder geworden sind als vielmehr an der Angst, sich mit dem Virus zu infizieren.

Als Eintrittspforte des Virus werden neben den Lungen (über Aerosole) auch die Mundhöhle und die Nasenschleimhaut angenommen. Eine gesunde Schleimhaut stellt zwar eine gewisse Barriere für das Virus dar, allerdings kann das Immunsystem das Virus nicht so schnell abwehren, um so die Vermehrung des Virus zu unterbinden. Seit dem 27.12.2020 gibt es in Deutschland mit der Impfung die Möglichkeit, das Immunsystem nach einer möglichen Infektion auf die Invasion des Virus vorzubereiten. Leider reichen die Mengen und die Impfkapazitäten noch nicht aus, um eine breite Masse zu Impfen. Bis zum Ende des laufenden Jahres werden diese Engpässe vermutlich der Vergangenheit angehören. Wie es mit der Pandemie weitergeht, kann heute keiner sagen.

Nicht ohne Grund fragen sich viele Menschen, ob Sie sich einer Behandlung in der Mundhöhle in Zeiten der Pandemie unterziehen sollen oder ob es evtl. besser ist, ein mögliches Ende abzuwarten.

Bin ich als Patient gefährdet, wenn ich mich an den Zähnen behandeln lasse? Besteht ein erhöhtes Risiko einer Infektion in der Praxis?

Diese Fragen bekommen viele Ärzte und Zahnärzte von Ihren Patienten zu hören.

Grundsätzlich besteht immer das Risiko, sich mit dem SARS-CoV2 Virus zu infizieren. Nach Statistiken des Robert-Koch-Instituts (RKI) erfolgen die meisten Infektionen neben dem gemeinsamen Wohnen in Alten- und Pflegeheimen im familiären und häuslichem Umfeld (Epidemiologisches Bulletin 38/20 RKI).

Nahezu alle Arzt- und Zahnarztpraxen haben Vorkehrungen getroffen, um das Risiko einer Infektion in den Praxen zu minimieren.

Das Betreten der Praxis mit Erkältungssymptomen ist nur nach vorheriger telefonischer Anmeldung möglich. Das Empfangspersonal sitzt meist hinter einer Scheibe und trägt die obligatorische FFP2- Maske. Beim Betreten der Praxis muss seit dem 18.01.2021 eine FFP2-Maske getragen werden. Neben dem Empfang steht ein Automat mit Desinfektionsmittel zur kontaktlosen Händedesinfektion. Auf einem Stativ ist ein Fieberthermometer zur kontaktlosen Temperaturmessung an der Stirn montiert (3). Auf dem Tresen steht ein Luftreiniger, der mit UV-Licht potenziell virushaltige Raumluft filtert.

Mit einem Fragebogen werden mögliche Kontakte oder Krankheitssymptome in letzten 14 Tagen abgefragt. Die Behandler tragen Schutzvisiere und natürlich die schützenden FFP2- oder FFP3-Masken. Die Behandlungsräume werden nach jedem Patienten mindestens 5 Minuten gelüftet. In regelmäßigen Abständen werden die Eingriffsräume neben der normalen Oberflächendesinfektion mit einer Vernebelung desinfiziert. Die Patienten werden so einbestellt, dass der nötige Sicherheitsabstand von mindestens 2 Metern in den Wartebereichen eingehalten werden kann.

Vor dem Beginn einer Behandlung in der Mundhöhle wird eine Full-Mouth-Desinfektion (FMD) durchgeführt. Vor jedem operativen Eingriff wird bei jedem Patienten ein sogenannter Point-of-Care-Testing (POC-Test) durchgeführt. Allgemein bekannt ist der Test als COVID-19-Antigen-Schnelltest. Der Operateur wird regelmäßig ebenfalls mit einem POC-Test getestet. Alle diese Maßnahme senkt das Risiko, sich mit dem Virus in einer Arztpraxis anzustecken, erheblich.

Zusammenfassend kann man sagen, dass eine medizinisch indizierte chirurgische Behandlung nicht unnötig verschoben werden sollte. Nicht behandelte Reizzustände z. B. können im ungünstigsten Fall Abszesse auslösen, die potenziell lebensbedrohlich werden können.

Tips für die Praxis:

  • Patienten sollten den darauf hingewiesen werden, dass bei Erkältungssymptome die Praxis vorher informiert werden muss.
  • Beim Betreten der Praxis muss zwingend eine Maske der Schutzklasse FFP2 oder FFP3 getragen werden. Masken mit Ventil sind unzulässig.
  • Nach dem Betreten der Räume müssen die Hände kontaktlos desinfiziert werden.
  • Eine kontaktlose Temperaturmessung kann vorteilhaft sein.
  • Ein unmittelbar vor einem chirurgischen Eingriff in der Mundhöhle durchgeführter POC-Test kann Sicherheit geben.
  • Alle Ärzte und Mitarbeiter sollten regelmäßig, insbesondere vor chirurgischen Eingriffen mit einem Antigen-schnell-Test untersucht werden.

Werden diese Empfehlungen umgesetzt, ist davon auszugehen, dass das Risiko einer Infektion mit dem COVID-19-Virus in den Praxisräumen auf ein Minimum reduziert werden kann.

Praxisschließungen mit existenzbedrohenden wirtschaftlichen Folgen können so effektiv und nachhaltig verhindert werden.

Medizinische Einrichtungen können so einen entscheidenden Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten.

  1. World Health Organization declares global emergency: A review of the 2019 novel coronavirus (COVID-19)

Catrin Sohrabi 1, Zaid Alsafi 2, Niamh O’Neill 3, Mehdi Khan 2, Ahmed Kerwan 4, Ahmed Al-Jabir 4, Christos Iosifidis 1, Riaz Agha 5

Int J Surg. 2020 Apr; 76:71-76. doi: 10.1016/j.ijsu.2020.02.034. Epub 2020 Feb 26. PMID: 32112977, PMCID:  PMC7105032 DOI: 10.1016/j.ijsu.2020.02.034

  1. Characteristics of Coronavirus Disease 2019 in China.

Guan W., Ni Z., Hu Y., Liang W., Ou C., He J., Liu L., Shan H., Lei C., Hui D.S.C., et al. Clinical N. Engl. J. Med. 2020;382:1708–1720. doi: 10.1056/NEJMoa2002032. [PMC free article] [PubMed] [CrossRef] [Google Scholar]

  1. Infection Control in Dental Practice During the COVID-19 Pandemic

Alessandra Amato,*† Mario Caggiano,*† Massimo Amato, Giuseppina Moccia, Mario Capunzo, and Francesco De Caro

Int J Environ Res Public Health. 2020 Jul; 17(13): 4769. Published online 2020 Jul 2. doi: 10.3390/ijerph17134769 PMCID: PMC7369766, PMID: 32630735

Autor:

Dr. Dr. Yildirim, MHBA

Facharzt für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie

Fachzahnarzt für Oralchirurgie

Kieferchirurgie – Implantologie München

Nymphenburger Str. 139

80636 München

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